Tag#LifestyleBusiness

Mehr Aufträge

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Die ersten Wochen, Monate, ja Jahre nach der Gründung können hart sein.

Das liegt daran, dass ein Business eine gewisse Anlaufphase braucht, bis es so weit ist, dass es regelmäßig genügend Umsatz und Cash Flow liefert, um für den Lifestyle Entrepreneur auch finanziell lukrativ zu sein.

Der Weg zu so einem “reifen” Business wird oft als sehr anstrengend und mühsam empfunden. Es sind die Mühen der Ebene, die es zu bewältigen gilt: Der Reiz des Neuen, der Zauber des Anfangs ist verflogen, jetzt gilt es, konsequent dranzubleiben und den Plan zu verfolgen. Fokussiert und ohne Ablenkungen.

Das bedeutet für die meisten Lifestyle Entrepreneure: Für mehr Aufträge zu sorgen. Es ist selten so, dass ein neues Business gar keine Aufträge hat. Aber sehr häufig sind es nicht genug. Was bedeutet, dass in dieser Phase die wichtigste Aufgabe die Kund*innengewinnung ist. Aufträge, Aufträge, Aufträge, darum geht es in dieser Phase.

Das ist nicht sexy, aber es ist auch nicht kompliziert. Es erfordert nur, dranzubleiben. Und genau das ist der Knackpunkt, wo viele Gründer*innen dann auch aufgeben: Weil sie die Mühen der Ebene nicht auf sich nehmen können oder möchten, sondern lieber was Neues starten. Das bringt zwar auch kein Geld, aber es fühlt sich leichter an.

Durchhalten. Weitermachen. Dranbleiben. Mehr braucht es nicht. Und trotzdem (oder deswegen) ist es nicht leicht.

Löwin

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Unlängst hat die Berliner Polizei tagelang nach einer freilaufenden Löwin gefahndet.

Wie sich herausgestellt hat, war die vermeintliche Raubkatze in Wirklichkeit ein Wildschwein.

Natürlich kann man jetzt lachen und sagen: “Wie kann denn das passieren, dass man eine Löwin mit einem Wildschwein verwechselt? Den Unterschied erkennt ja jedes Kind!”

Aber gerade wir Lifestyle Entrepreneure sollten uns davor hüten. Denn auch in unseren Lifestyle Businesses kann es uns jeden Tag passieren (und passiert uns auch tatsächlich), dass wir Löwin und Wildschwein nicht auseinanderhalten können.

Kosten-Nutzen-Rechnung

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Unlängst habe ich mit einer Gründerin gesprochen, die sich quasi dafür entschuldigt hat, dass sie eine “egoistische Kosten-Nutzen-Rechnung” angestellt hat.

Dabei ist es genau das, was im Unternehmertum (auch) notwendig ist: Genau hinzuschauen, nachzurechnen und dann die Entscheidung zu treffen, die ökonomisch Sinn macht.

Das ist nicht egoistisch, das ist verantwortungsvoll.

Arbeiten ohne Chef

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Wichtiger Merksatz:

Nur, weil du als Selbständiger nicht mehr angestellt bist, heißt das nicht, dass du keinen Chef mehr hast.

Im Gegenteil: Als Selbständiger hast du wahrscheinlich den strengsten, härtesten, forderndsten, gemeinsten, ausbeuterischsten, grantigsten und unzufriedensten Chef, den du jemals gehabt hast:

Dich selbst.

The price you pay

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Ich bin der festen Überzeugung, dass sich jeder Mensch einmal im Leben selbständig machen sollte.

Gleichzeitig weiß ich, dass sehr, sehr viele Gründungen nicht den Erfolg bringen, den sich die Gründer*innen erhofft hatten – weder finanziell noch emotional.

Dieser Aspekt wird in der glamourösen Online-Business-Coaching-Welt oft ausgeklammert. Klar, ist auch schlecht fürs Business. Aber es sei in aller Deutlichkeit gesagt: Es kann gut sein, dass die Selbständigkeit nicht der Weg zu deinem persönlichen Glück ist.

Oder, wie Bruce Springsteen es ausdrückt:

Now they’d come so far and they’d waited so long
Just to end up caught in a dream where everything goes wrong.

Bruce Springsteen, The Price You Pay

Das Glücksversprechen

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Ich weiß nicht genau, wo die Idee herkommt, dass eine Selbständigkeit der Weg zum Glück ist.

Irgendwo da draußen wird die Verheißung propagiert, dass das eigene Business die Lösung für praktisch alle Probleme ist, die man im Leben so hat. Mehr Freiheit, nicht mehr nach der Pfeife des Chefs tanzen, nur mehr mit Wunschkund*innen arbeiten, grenzenloses Einkommenspotenzial – und das quasi nebenbei, ortsunabhängig und passiv.

Meine Erfahrung als Gründungsberater ist eine andere. Ich spreche mit Menschen, die selbständig sind und das auch nie mehr missen möchten, aber dass sich alle Probleme in Luft aufgelöst hätten… Nein.

Im Gegenteil: Die Probleme, die man vor der Selbständigkeit gehabt hat (v.a. mit sich selbst), werden durch die Selbständigkeit nicht gelöst, sondern sogar noch potenziert. Und ja, die Probleme einer Anstellung sind weg, aber mit der Selbständigkeit hat man sich für neue Probleme entschieden, die es nun zu lösen gilt.

Nicht weniger Probleme, nur andere. Nicht mehr Glück, sondern ein anderes.

Überforderung

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Woran liegt es, dass wir Lifestyle Entrepreneure uns immer und immer wieder überfordern?

Ich glaube, an drei Ursachen:

  1. Unsere Ansprüche sind sehr hoch. Unsere Ressourcen, unsere Kapazitäten und unser Know-How können da aber oft nicht mithalten.
  2. Wir machen zu wenige Pausen, weder kurze zwischendurch, noch längere Pausen (also Urlaub).
  3. Aktionismus. Wir sind den ganzen Tag geschäftig, aber wie viele dieser Tätigkeiten bringen unser Business wirklich weiter?

Missionieren

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Leute, die an deinen Angeboten nicht interessiert sind, die brauchst du nicht zu missionieren.

Ja, bemüh dich, den Wert deiner Angebote zu verbessern. Ja, bemüh dich, die Vermittlung dieses Wertes immer besser hinzubekommen. Und ja, rede immer und immer und immer wieder über deine Angebote und den Wert für deine Kund*innen.

Aber wenn dir jemand (noch) nicht zuhören mag, dann halte dich nicht mit ihm auf. Kümmere dich um die Menschen, die dir ihre Aufmerksamkeit freiwillig schenken.

Alles andere wäre vergebene Liebesmüh.

Minderwertigkeitskomplex

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Viele Gründer*innen tun sich am Anfang schwer, ihren Wert richtig einzuschätzen.

Aber: Nur, weil man neu ist am Markt, muss man nicht zu allem Ja und Amen sagen.

Und schon gar nicht alles gratis hergeben.

Schwachbrüstig

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Eine Beobachtung, die ich bei Gründer*innen häufiger mache: Sie haben wirklich gute Ideen. Sie haben viel Motivation. Sie haben die allerbesten Absichten.

Aber: Sie haben schwachbrüstige Strategien. Sie haben keinen richtigen Anpack, um ihre Idee in ein erfolgreiches Business umzuwandeln.

Man könnte auch sagen: Sie haben kein funktionierendes Geschäftsmodell. Oder sie haben überhaupt kein Geschäftsmodell.

In solchen Momenten zeigt sich, wie viel zu gewinnen wäre, wenn Solopreneure mehr Wirtschaftskompetenz hätten.

Konzern

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Meine Frau arbeitet in einem Konzern.

Sie von den täglichen Herausforderungen in ihrer Arbeit reden zu hören, finde ich ausgesprochen lehrreich, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Die Herausforderungen von großen Unternehmen entscheiden sich sehr, sehr deutlich von den Herausforderungen, mit denen Ein-Personen-Unternehmen in ihrem daily business kämpfen.
  2. Die übergeordneten Ziele, die ein großes Unternehmen verfolgt, die gleichen wie jene eines Ein-Personen-Unternehmens: Es geht um zufriedene Kunden, weil es am Ende des Tages um Umsatz und Gewinn geht. Die Wege zu diesem Ziel unterscheiden sich mitunter jedoch sehr stark.

Gleichzeitig werde ich beim Reden mit meiner Frau immer wieder darin bestätigt, dass Ein-Personen-Unternehmen viel, viel interessanter und mir viel, viel näher sind als Konzerne.

Marketing-Budget

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Viele Lifestyle Entrepreneure scheuen sich davor, Marketing zu machen, weil es so teuer ist. Dabei sollte Marketing nicht nur was kosten, sondern auch was bringen. Marketing ist also, richtig gemacht und richtig verstanden, eine Investition.

Victoria Reiter hat dazu unlängst eine hilfreiche Faustregel geteilt: Das Marketing-Budget sollte maximal 30 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Anders gesagt: Mit 30 Euro Investition ins Marketing solltest du eigentlich 100 Euro Umsatz machen.

Das wäre der Anspruch an deine Marketing-Aktivitäten. Nicht über Nacht, nicht in einen Monat, aber in einen realistisch absehbaren Zeitraum.

Nachschleicher

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Unlängst habe ich in einem kuriosen Zusammenhang das Wort „Nachschleicher“ kennengelernt.

Ein Nachschleicher ist ein Mensch, der im Windschatten von jemand anderem in einen Bereich vordringt, zu dem er von selber keinen Zugang hätte. Und zwar ohne, dass es die andere Person sofort bemerkt.

Nachschleicher zu sein, kann auch eine Geschäftsstrategie sein. Man muss nicht immer vorne dabei sein, es reicht oft, wenn man Menschen kennt, die es sind. Und in deren Fahrtwasser ist dann einiges möglich.

Schlecht ist allerdings, wenn du ein Nachschleicher bist und es selbst gar nicht merkst.

Familienbande

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Man weiß es, aber man glaubt es nicht, bis man es nicht selbst erlebt hat:

Business und Familie/Freunde zu vermischen, macht das Leben nur kompliziert.

Nichts übergeblieben

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Es ist eine der frustrierendsten Erfahrungen beim Aufbau des eigenen Unternehmens: Man tut und macht die ganze Zeit, aber es bleibt finanziell nichts übrig.

Alle bekommen ihr Geld, die Mitarbeiter, die Lieferanten, das Finanzamt, der Steuerberater, die Softwarefirmen, die Ferialpraktikantin. Alle, außer der Unternehmer selbst. Dem bleibt am Ende des Monats bestenfalls die schwarze Null.

Natürlich fragt man sich da irgendwann: Für wen arbeite ich hier eigentlich?

Die Antwort ist desillusionierend.

Die richtige Größe

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Gar nicht so leicht, besonders für Gründer*innen: Das Business in der richtigen Größe aufstellen.

Nicht zu groß, weil die Fixkosten dich dann erdrücken.

Aber auch nicht zu klein, weil du dann nicht vom Fleck kommst. Oder nur im Schneckentempo.

Die richtige Größe zu finden, zu wissen, was zu viel, zu wenig und genug ist, ist eine Kunst. Aber nur mit der richtigen Größe ist sichergestellt, dass du mit deinem Business flexibel genug bist, wenn sich die Umwelt ändert.

Und die Umwelt ändert sich garantiert.

NIMBY

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NIMBY ist die Abkürzung für “Not In My Backyard” und beschreibt das Phänomen, dass viele Menschen zwar grundsätzlich für Veränderungen sind, aber nur so lange, wie es sie nicht selbst betrifft oder ihre Lebensqualität einschränkt.

Die meisten Menschen würden sagen: Ja, der Ausbau von Windkraft zur Stromerzeugung ist eine gute Sache. Aber nur so lange, wie das Windrad nicht in der eigenen Nachbarschaft gebaut wird.

Die meisten Wiener würden sagen: Ja, es braucht mehr Bäume in der Stadt. Aber nur so lange, wie der neue Baum nicht da gepflanzt wird, wo dann der Parkplatz für das eigene Auto fehlt.

Die allermeisten Menschen würden sagen: Ja, es ist total wichtig, dass Kinder an die frische Luft gehen und Bewegung machen und nicht nur immer vor ihren Spielkonsolen hocken. Aber nur so lange, wie der neue Spielplatz oder Motorikpark nicht vor dem eigenen Balkon gebaut wird und die Sonntagsruhe stören könnte.

NIMBY ist ein Riesenproblem, weil wir zwar verbal immer für die “richtigen” Dinge eintreten, aber wenn es hart auf hart kommt, ziehen wir den Schwanz ein.

Und falls das noch nicht klar sein sollte: NIMBY betrifft auch viele Solopreneure und Lifestyle Businesses – und zwar sowas von!

Neid und Erfolg

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Eine spannende Beobachtung von Theresa Imre:

Einerseits leben wir in einer Neidgesellschaft. Es scheint für ganz viele Menschen nichts Schöneres zu geben, als erfolgreiche Menschen von ihrem vermeintlich hohen Ross herunterzuholen.

Andererseits haben wir keine Wertschätzung für das Scheitern. Wir sind gefordert, immerzu erfolgreich zu sein. Denn wer nicht erfolgreich ist, dem wird kaum Achtung geschenkt.

Eine äußerst ungesunde Mischung.

Selbstmanagement (Freewriting XXVII)

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Der ultimative Test, an dem du erkennst, ob du in deinem Business gut organisiert bist oder nicht:

Stell dir vor, ein Termin fällt aus oder ein Meeting ist kürzer als gedacht. Plötzlich hast du 30 Minuten Zeit geschenkt bekommen. Weißt du ohne langes Nachdenken, was du in diesen 30 Minuten tun könntest, das dein Business nach vorne bringt? Kannst du nahtlos an einem deiner Projekte weiterarbeiten? Weißt du, welches Projekt gerade am wichtigsten ist? Oder hast du keine Ahnung, bist völlig orientierungslos und weißt nichts Besseres zu tun, als die Zeit am Handy zu verdaddeln?

Es kommt relativ selten vor, dass wir einige Stunden am Stück an unserem Business arbeiten können. Aber 20 Minuten hier oder 30 Minuten da, das geht schon. Aber dazu ist es notwendig, eine Liste griffbereit zu haben, auf der sich

  • Aufgaben befinden, die in max. 20 Minuten zu erledigen sind
  • die ein klares Ergebnis haben
  • die in der richtigen Reihenfolge (also nach Wichtigkeit) geordnet sind.

Wenn du so eine Liste hast, bist du der Kaiser. Dann kannst du, wenn du Zeit geschenkt bekommst, sofort loslegen und dein Business einen kleinen Schritt weiter bringen.

Hast du diese Liste nicht, brauchst du dich auch nicht wundern, wenn du das Gefühl hast, du trittst auf der Stelle.