Tag#Marketing

Empfehlungen

E

Ich kann nur empfehlen, was ich verstanden habe.

Wenn du mir nicht mit einfachen und klaren Worten sagen kannst, was du mit deinem Lifestyle Business genau machst, welche Probleme du konkret löst und welche Hilfe ich genau von dir haben kann… wie soll ich es mir dann merken?

Und wie soll ich in dem Moment, in dem ich dich weiterempfehlen könnte, in Sekundenschnelle dein Angebot korrekt abrufen, wenn ich es in Wahrheit nie ganz verstanden habe?

Es wird nicht klappen.

Indem wir zu kompliziert sind, vergeben wir uns viele Chancen.

Andere Antworten

A

Glaub nicht, dass die Antworten, welche die anderen haben, elaborierter sind als deine eigenen.

Meistens plappern die anderen nur etwas nach, ohne viel darüber nachgedacht zu haben, ob das wirklich stimmt.

Die meisten haben Respekt vor einer fundierten, recherchierten und durchdachten Antwort.

Trau dich, solche Antworten zu liefern.

USP

U

Eine USP ist nur dann eine USP, wenn sie von den Kund*innen auch als solche erkannt wird. Die Kund*innen müssen die vermeintliche Einzigartigkeit eines Unternehmens auch als Einzigartigkeit wahrnehmen!

In Wahrheit definieren wir Lifestyle Entrepreneure also nicht selbst unsere USP, sondern unsere Kund*innen “verleihen” uns eine USP – und sei es nur, weil sie sonst niemand vergleichbaren kennen oder sie die Konkurrenzangebote noch nie ausprobiert haben.

Es kann also gut sein, dass unsere eigene Wahrnehmung unserer USP sich erheblich unterscheidet von dem, was unsere Kund*innen als USP wahrnehmen.

Die Wahrheit liegt in dem Fall aber eindeutig bei den Kund*innen!

Feig

F

Das Angebot, das du auf deiner Website präsentierst…

Die Art und Weise, wie du beschreibst, was du tust…

Die Kompromisse im Design, die du eingehst…

Warum ist das alles so, wie es ist? Ist es deswegen, weil du auf diese Art und Weise deinen Kund*innen am besten helfen kannst? Weil sie auf diese Art am besten verstehen, worum es dir geht und was deine Angebote für sie leisten können?

Oder ist es doch eher so, dass du versuchst, möglichst vielen zu gefallen, möglichst niemanden zu verstören – und du im Grunde zu feige bis auf den Punkt zu bringen, wofür du stehen würdest, wenn du keine Angst hättest?

Kaiser

K

Jedes Unternehmen hat ein Problem, das es einfach nicht gelöst bekommt.

Wenn du daher kommst und dieses Problem lösen kannst, dann bist du der Kaiser.

Social Listening

S

Habe ich kürzlich von einer Gründerin gelernt: “Social Listening” nennt man es, wenn man Social Media zur Marktforschung verwendet.

Welche Themen, Produkte und Probleme werden in Social Media besprochen? Worüber wird geredet, worüber diskutiert, worüber gestritten? Und in welchem Umfang?

Und: Mit welchem “sentiment” wird darüber geredet? Eher positiv oder eher negativ?

Social Listening finde ich spannend. Zumal ich generell meine, dass es uns Unternehmer*innen gut täte, viel mehr zuzuhören als selbst zu reden.

Fisch und Angler

F

Die alte Weisheit im Marketing: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Aber, mindestens genauso wichtig für das Marketing von uns Lifestyle Entrepreneuren: Die Angel muss zum Angler passen.

Soll heißen: Wir müssen für unser Marketing die Tools, Kanäle und Medien, die zu uns passen, bewusst auswählen.

Transaktionale Beziehungen

T

Wir halten es schlecht aus, wenn wir von jemandem etwas bekommen, aber nicht wissen, was er/sie dafür von uns will.

Transaktionale Beziehungen (also Beziehungen, die auf Geben und Nehmen beruhen), verstehen wir. Mit denen können wir umgehen. Wir wissen z.B., dass wir jedes Geschenk, das wir von einem Händler bekommen, auf die eine oder andere Weise wieder bezahlen werden oder bereits bezahlt haben.

Womit wir uns schwer tun, sind Beziehungen, wo die Transaktionalität nicht so klar ist. Was will jemand von uns, von dem wir was bekommen, der aber nie etwas dafür verlangt? Wie gehen wir mit jemand um, die scheinbar selbstlos gibt und gibt und gibt? Können wir ihr wirklich vertrauen?

Beziehungen, die gar keine Form von Transaktion, keine Form von Leistung und Gegenleistung ermöglichen, halten wir schlecht aus. Das sollten gerade wir Lifestyle Entrepreneure uns vor Augen halten: Es ist sehr löblich, wenn wir unseren potenziellen Kund*innen großzügig geben. Aber wenn wir dafür nie irgend etwas als Gegenleistung verlangen, werden sie früher oder später misstrauisch werden.

Nichts zu verlangen hilft niemandem.

Beratung > Verkauf

B

In den Apple Stores finden keine Verkaufsgespräche statt, nur Beratungsgespräche. Die Kund*innen in den Apple Stores werden ganz bewusst nie zu einem Kauf, zu einem Zusatzkauf, zu einem Upgrade o. Ä. überredet oder gar gedrängt.

Apple Stores sind die profitabelsten Stores der Welt. (Quelle)

Pain vs. gain

P

Pain-Kommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas, das du hast, aber nicht willst, los wirst. Beispiel: Ich zeige dir, wie du miese Kund*innen los wirst. Unbelegte Hypothese: Besonders Frauen sprechen auf diese Art der Kommunikation an.

GainKommunikation: Ich zeige dir, wie du etwas bekommst, das du willst, aber nicht hast. Beispiel: Ich zeige dir, wie du nur noch mit deinen Wunschkund*innen arbeitest. Unbelegte Hypothese: Das passt besonders gut für Männer.

Wo anfangen?

W

Die meisten Content-Marketer fragen sich: Wo ist meine Zielgruppe? – und erstellen dann Content danach.

Das ist unter Umständen der falsche Zugang. Wahrscheinlich ist es am Anfang besser, dort zu starten, wo du dich am wohlsten fühlt. Wenn du gerne redest, dann nimm einen Podcast auf. Wenn du gerne schreibst, dann schreib einen Blog. Wenn du gerne auf der Bühne stehst, dann nimm Youtube-Videos auf.

Das ist der Lifestyle Entrepreneur-Zugang: Er ist “egoistisch”, nicht opportunistisch – auch nicht richtiger oder falscher. Es muss zuerst für dich passen, sonst kannst du es nicht durchhalten. Du kannst “the long game” nur spielen, wenn das Spiel zu dir passt.

Was nicht heißt, dass du im Verlauf des Spieles nicht deine Kompetenzen erweitern und auch auf andere Spielfelder wechseln kannst. 

Such-basierte vs. Feed-basierte Plattformen

S

Such-basierte Plattformen

  • z.B. Google, Youtube, (Podcasts, Blogs)
  • Nutzer suchen aktiv nach Inhalten, die sie interessieren.
  • Diese Plattformen sind dafür optimiert, dass gute und relevante Informationen leicht gefunden werden.
  • Reichweite bekommt, wer gute und relevante Inhalte liefert. Wobei es schon auch Werbung gibt, um Inhalte zu „pushen“.
  • Inhalte auf diesen Plattformen bleiben weiterhin auffindbar. Ein Video von vor 5 Jahren wird auf Youtube genauso leicht gefunden und genauso gerne angezeigt wie ein Video von gestern. Diese Plattformen belohnen sogar Evergreen-Content.
  • Diese Plattformen wird es auch in Zukunft geben; Menschen werden immer nach Antworten suchen.
  • Es ist für Content Creator, die „the long game“ spielen, schlau, in diese Plattformen zu investieren.

Feed-basiere Plattformen

  • z.B. Facebook, Instagram, Twitter
  • Ein Algorithmus wählt aus, welche Inhalte den Nutzern„ausgespielt“ werden. Die Nutzer haben praktisch keinen Einfluss darauf, welche Inhalte ihnen angezeigt werden und welche nicht.
  • Der Content Creator ist dem Algorithmus ebenso ausgeliefert. Sie hat „organisch“ praktisch keine Möglichkeiten, ihren Content allen Nutzern anzeigen zu lassen – nämlich nicht mal allen Nutzern, die ihre „Freunde“ sind und gesagt haben: „Ja, ich will die Inhalte dieser Person sehen!“
  • Sobald eine dieser Plattformen erfolgreich ist, gilt: Für Reichweite muss bezahlt werden.
  • Inhalte in diesen Plattformen „verschwinden“ mit der Zeit. Ein Facebook-Post von vor einem Jahr ist praktisch nicht mehr zu finden.
  • Diese Plattformen kommen und gehen – und damit auch die Inhalte und die Beziehungen, die man über diese Plattformen aufgebaut hat.
  • Es ist für Content Creator, die „the long game“ spielen, besser, diese Plattformen zu meiden – oder bewusst ihn ihre Dienste zu stellen (vgl. Cal Newport: Digitaler Minimalismus).

[Danke Jonny Watson für das Konzept.]

Märkte sind Gespräche

M

Das ist die erste von 95 Thesen des Cluetrain Manifesto.

Für mich als Sprachwissenschaftler ist das ein ganz spannender Blickwinkel auf das, was wir “Marktwirtschaft” nennen. Märkte entstehen, indem echte Menschen miteinander reden. Indem sie sich füreinander interessieren und einander zuhören.

Nicht, indem jeder Anbieter versucht lauter zu schreien als der andere.