Tag#BWL

Kleine vs. große Unternehmen

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Ein Solo-Unternehmen ist nicht einfach nur eine kleine Mini-Version eines großen Unternehmens.

Ein Solo-Unternehmen funktioniert (wenn es funktionieren soll) ganz, ganz anders. Ein Solo-Unternehmen muss nach anderen Spielregeln spielen als die Großen. Wenn es versucht, es mit den Großen aufzunehmen, wird es entweder ignoriert oder platt gewälzt.

Solo-Unternehmen haben nur eine Chance: Sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und das zu machen, was die Großen nicht tun können oder wollen.

Lange und kurze Wege

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Handelsübliche BWL-Bücher sind für Solopreneure, die sich in Sachen Wirtschaftskompetenz aufschlauen wollen, völlig ungeeignet.

Das Problem ist nicht, dass in den Büchern etwas Falsches drinnen stünde. Der Inhalt ist schon okay, aber er ist viel zu theoretisch, zu umständlich und zu langatmig aufbereitet. Der Weg zur konkreten Lösung, zur hilfreichen Handlungsanweisung ist viel zu lang.

Solopreneure brauchen kurze Wege. Sie können sich viele Umwege einfach nicht leisten.

Märkte sind Gespräche

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Das ist die erste von 95 Thesen des Cluetrain Manifesto.

Für mich als Sprachwissenschaftler ist das ein ganz spannender Blickwinkel auf das, was wir “Marktwirtschaft” nennen. Märkte entstehen, indem echte Menschen miteinander reden. Indem sie sich füreinander interessieren und einander zuhören.

Nicht, indem jeder Anbieter versucht lauter zu schreien als der andere.

0,1 %

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Im ersten Semester meines Fachhochschul-Studiums habe ich mir, wie wahrscheinlich jeder BWL-Student in Österreich, ein Buch gekauft: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre von Lechner/Egger/Schauer (mittlerweile Egger/Egger/Schauer). Ein Totschläger mit fast 1.000 Seiten.

Damals habe ich daraus vielleicht 100 oder 200 Seiten gelesen. Nicht aus Interesse, sondern zur Prüfungsvorbereitung. Wahrscheinlich wie damals jeder BWL-Student in Österreich.

Jetzt, 20 Jahre später, habe ich mir vorgenommen, das komplette Buch zu lesen. Aus Interesse. Jeden Tag ein paar Seiten, in einem Jahr will ich fertig sein.

Damit werde ich wohl zu den 0,1 % der BWLer in Österreich gehören, die wissen, was in diesem Grundlagenbuch tatsächlich drinnen steht – und zu den 0,01 %, die das Buch aus Interesse freiwillig gelesen haben.

[Meine Notizen zum Buch.]

Den Markt erziehen

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Wer einen völlig neuen Markt erschließt oder ein vollkommen neues Produkt launcht, der hat Problem: Er muss den potenziellen Kunden erst einmal erklären, was das überhaupt ist und wozu das gut sein soll.

Es ist relativ leicht, ein neues Nagelstudio zu eröffnen, weil man den potenziellen Kundinnen nicht mehr erklären muss, was ein Nagelstudio ist oder tut.

Aber die Pioniere unter uns haben die wichtige und anstrengende Aufgabe, den Markt erst mal zu „unterrichten“, bevor sie verkaufen können.

Geschäftsmodell

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In einem Podcast mit Johannes Ellenberg meinte Roman Kmenta unlängst, dass sich neun von zehn Selbständigen noch nie Gedanken über ihr Geschäftsmodell gemacht haben.

Ich fürchte, er hat recht.

Er ist kein Kaufmann

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Mit diesem Argument versuchte ein Anwalt, seinen Mandanten vor der Verurteilung zu bewahren. Der steirische Obstbauer hatte den Staat nämlich (mutmaßlich) um 8,5 Millionen Euro an Steuern geprellt (Hintergrund).

Natürlich frage ich mich: Was ist das bitte für ein Argument? Jeder, der unternehmerisch tätig ist, muss die Spielregeln kennen: Die Spielregeln der Marktwirtschaft genauso wie die Spielregeln des österreichischen Steuerwesens. Ob er sich nun selbst als Kaufmann bezeichnet oder nicht.

Wer die Spielregeln nicht kennt, wer sich hier nicht aufschlauen will, der handelt auf eigene Gefahr – und hat von mir wenig Mitleid zu erwarten.

Stammkunden-Aufschlag

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Ich wechsle gerade meinen Stromanbieter. Mein bestehender ist merklich teurer als das Angebot eines neuen Anbieters, das ich bekommen habe.

Auf einmal kommt heute ein e-Mail meines bisherigen Stromanbieters herein, in dem er mir ein günstigeres Angebot macht, wenn ich nicht wechsle.

Was mich daran ärgert: Wäre ich Stammkunde geblieben, hätte ich weiterhin den höheren Preis bezahlt. Ich bezweifle, dass mir mein Stromanbieter das günstigere Angebot auch gesendet hätte, wenn ich nicht wechseln würde. Dass man als Stammkunde keine Vorzugsbehandlung bekommt, sondern in der Regel draufzahlt, ist eine Unart.

Too little too late, lieber Stromanbieter!

Kapitalismus

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Ganz ehrlich: Wie viel weißt über den Kapitalismus? Weißt du, wie er funktioniert? Wie gut kennst du seine Spielregeln, seine Usancen und Fallstricke?

Und, die vielleicht wichtigste Frage: Warum stört es dich nicht, dass du so wenig weißt?

Risiko

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Landläufig besteht die Meinung, als Unternehmer müsse man großen Mut zum Risiko haben.

Meiner Beobachtung nach ist das Gegenteil der Fall: Erfolgreiche Unternehmer*innen sind sehr risikoscheu. Sie versuchen, durch sorgfältiges Nachdenken, umsichtige Planung und frühzeitiges Testen jedes unnötige Risiko zu vermeiden.

Risiko ist für Amateure.

Keine Beziehung

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Wolf Lotter sagt: “Das Verhältnis zur Ökonomie, das die allermeisten Menschen haben, ist nicht nur gestört, sondern es ist gar nicht da.”

Die allermeisten Menschen haben keinen Tau von der Wirtschaft. Und, noch schlimmer: Die meisten Unternehmer haben viel zu wenig Ahnung von Betriebswirtschaft. Das gilt leider auch und besonders für Lifestyle Entrepreneure.

Für mich ist das eines der größten Dramen unserer Zeit. Und ein Auftrag an mich, daran was zu ändern.

Liquidität

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Am Ende des Tages geht es in jedem Unternehmen immer um die Liquidität: Wie viel Geld haben wir noch am Bankkonto? Wie lange wird dieses Geld reichen? Wo bekommen wir frisches Geld her?

Das ist nicht nur in Corona-Zeiten entscheidend für Wohl oder Weh der Unternehmen – aber jetzt eben ganz besonders. Gleichzeitig stelle ich fest, dass sich gerade Lifestyle Entrepreneure oft nicht (oder nicht ausreichend, nicht regelmäßig, nicht systematisch genug) um ihre Liquidität kümmern.

Die Liquidität im Auge zu haben, mag vielleicht nicht sexy sein. Aber die Insolvenz ist es auch nicht.

Solopreneur (1)

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Ich habe heute eine Arbeitsdefinition für das Konzept des „Solopreneur“ gefunden:

„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“