Akimbo Podcast, 3. April 2019
(mehr …)0,1 %
Im ersten Semester meines Fachhochschul-Studiums habe ich mir, wie wahrscheinlich jeder BWL-Student in Österreich, ein Buch gekauft: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre von Lechner/Egger/Schauer (mittlerweile Egger/Egger/Schauer). Ein Totschläger mit fast 1.000 Seiten.
Damals habe ich daraus vielleicht 100 oder 200 Seiten gelesen. Nicht aus Interesse, sondern zur Prüfungsvorbereitung. Wahrscheinlich wie damals jeder BWL-Student in Österreich.
Jetzt, 20 Jahre später, habe ich mir vorgenommen, das komplette Buch zu lesen. Aus Interesse. Jeden Tag ein paar Seiten, in einem Jahr will ich fertig sein.
Damit werde ich wohl zu den 0,1 % der BWLer in Österreich gehören, die wissen, was in diesem Grundlagenbuch tatsächlich drinnen steht – und zu den 0,01 %, die das Buch aus Interesse freiwillig gelesen haben.
[Meine Notizen zum Buch.]
Den Markt erziehen
Wer einen völlig neuen Markt erschließt oder ein vollkommen neues Produkt launcht, der hat Problem: Er muss den potenziellen Kunden erst einmal erklären, was das überhaupt ist und wozu das gut sein soll.
Es ist relativ leicht, ein neues Nagelstudio zu eröffnen, weil man den potenziellen Kundinnen nicht mehr erklären muss, was ein Nagelstudio ist oder tut.
Aber die Pioniere unter uns haben die wichtige und anstrengende Aufgabe, den Markt erst mal zu „unterrichten“, bevor sie verkaufen können.
Wolf Lotter: Zivilkapitalismus (2013) 📙
Ein ganz wichtiges und wertvolles Buch, das mir geholfen hat, zu verstehen, was Kapitalismus ist und will – und dass wir Lifestyle Entrepreneure den Kapitalismus in den Dienst unserer guten Sache stellen können.
(mehr …)Geschäftsmodell
In einem Podcast mit Johannes Ellenberg meinte Roman Kmenta unlängst, dass sich neun von zehn Selbständigen noch nie Gedanken über ihr Geschäftsmodell gemacht haben.
Ich fürchte, er hat recht.
Er ist kein Kaufmann
Mit diesem Argument versuchte ein Anwalt, seinen Mandanten vor der Verurteilung zu bewahren. Der steirische Obstbauer hatte den Staat nämlich (mutmaßlich) um 8,5 Millionen Euro an Steuern geprellt (Hintergrund).
Natürlich frage ich mich: Was ist das bitte für ein Argument? Jeder, der unternehmerisch tätig ist, muss die Spielregeln kennen: Die Spielregeln der Marktwirtschaft genauso wie die Spielregeln des österreichischen Steuerwesens. Ob er sich nun selbst als Kaufmann bezeichnet oder nicht.
Wer die Spielregeln nicht kennt, wer sich hier nicht aufschlauen will, der handelt auf eigene Gefahr – und hat von mir wenig Mitleid zu erwarten.
Stammkunden-Aufschlag
Ich wechsle gerade meinen Stromanbieter. Mein bestehender ist merklich teurer als das Angebot eines neuen Anbieters, das ich bekommen habe.
Auf einmal kommt heute ein e-Mail meines bisherigen Stromanbieters herein, in dem er mir ein günstigeres Angebot macht, wenn ich nicht wechsle.
Was mich daran ärgert: Wäre ich Stammkunde geblieben, hätte ich weiterhin den höheren Preis bezahlt. Ich bezweifle, dass mir mein Stromanbieter das günstigere Angebot auch gesendet hätte, wenn ich nicht wechseln würde. Dass man als Stammkunde keine Vorzugsbehandlung bekommt, sondern in der Regel draufzahlt, ist eine Unart.
Too little too late, lieber Stromanbieter!
Kapitalismus
Ganz ehrlich: Wie viel weißt über den Kapitalismus? Weißt du, wie er funktioniert? Wie gut kennst du seine Spielregeln, seine Usancen und Fallstricke?
Und, die vielleicht wichtigste Frage: Warum stört es dich nicht, dass du so wenig weißt?
The School Of Life: Why We Hate Cheap Things (2017) 📙
Ein philosophischer Zugang zur schwersten unternehmerischen Frage überhaupt: Was ist der richtige Preis?
(mehr …)Risiko
Landläufig besteht die Meinung, als Unternehmer müsse man großen Mut zum Risiko haben.
Meiner Beobachtung nach ist das Gegenteil der Fall: Erfolgreiche Unternehmer*innen sind sehr risikoscheu. Sie versuchen, durch sorgfältiges Nachdenken, umsichtige Planung und frühzeitiges Testen jedes unnötige Risiko zu vermeiden.
Risiko ist für Amateure.
Christian Kreiß & Detlef Gürtler: Der teure Schein 🙋♂️
Vortrag am Entrepreneurship Summit Berlin, 9. Oktober 2020
(mehr …)Günter Faltin: Die Große Transformation – Wege in eine gute, neue Ökonomie
Vortrag am Entrepreneurship Summit Berlin, 9. Oktober 2020
(mehr …)Keine Beziehung
Wolf Lotter sagt: “Das Verhältnis zur Ökonomie, das die allermeisten Menschen haben, ist nicht nur gestört, sondern es ist gar nicht da.”
Die allermeisten Menschen haben keinen Tau von der Wirtschaft. Und, noch schlimmer: Die meisten Unternehmer haben viel zu wenig Ahnung von Betriebswirtschaft. Das gilt leider auch und besonders für Lifestyle Entrepreneure.
Für mich ist das eines der größten Dramen unserer Zeit. Und ein Auftrag an mich, daran was zu ändern.
Liquidität
Am Ende des Tages geht es in jedem Unternehmen immer um die Liquidität: Wie viel Geld haben wir noch am Bankkonto? Wie lange wird dieses Geld reichen? Wo bekommen wir frisches Geld her?
Das ist nicht nur in Corona-Zeiten entscheidend für Wohl oder Weh der Unternehmen – aber jetzt eben ganz besonders. Gleichzeitig stelle ich fest, dass sich gerade Lifestyle Entrepreneure oft nicht (oder nicht ausreichend, nicht regelmäßig, nicht systematisch genug) um ihre Liquidität kümmern.
Die Liquidität im Auge zu haben, mag vielleicht nicht sexy sein. Aber die Insolvenz ist es auch nicht.
Josh Kaufman: The Key Principles Of Running Any Business 🎙
Modern Wisdom Podcast #125, 31. August 2020
(mehr …)Solopreneur (1)
Ich habe heute eine Arbeitsdefinition für das Konzept des „Solopreneur“ gefunden:
„Ein Solopreneur ist eine Person, die systematisch Probleme löst – mit Gewinnabsicht.“
Echte Experten
Ein Gedanke vom Entrepreneurship Summit 2020 in Berlin. Wolf Lotter sagt: Man muss nicht nur was wissen, sondern man muss dieses Wissen auch teilen können.
Wissen ist die einzige Ressource, die sich vermehrt, wenn man sie teilt. Die Zeiten, wo Expertenwissen wie ein Staatsgeheimnis gehütet wurde, sind in unserer Netzwerkgesellschaft vorbei. Wissen hat nur dann Wert, wenn es auch zugänglich gemacht wird.
Experten sind nur dann echte Experten, wenn sie sich nicht nur “Experte” nennen, sondern ihr Expertenwissen auch meisterhaft vermitteln können.
Besseres Wirtschaften
Ein Gedanke vom Entrepreneurship Summit 2020 in Berlin: Ist die Art und Weise, wie wir im Jahr 2020 Wirtschaft gestalten, wie wir Produkte schaffen und verkaufen und wie wir mit den Ressourcen der Erde umgehen, wirklich schon der Weisheit letzter Schluss?
Wann fangen wir an, Wirtschaft neu zu denken? Wann fangen wir an, für faire Produkte faire Preise zu bezahlen? Wann hören wir auf, den riesigen “Marketing-Rucksack” von so vielen Produkten zu finanzieren? Wann hören wir auf, auf Kosten anderer zu leben?
„Wir alle können Ökonomie besser. Tun wir es auch!”, sagt Günter Faltin. Wenn das mal kein Aufruf an uns Lifestyle Entrepreneure ist!
Mike Michalowicz: Profit First (2015) 📙
Eine sehr einfache, aber beileibe nicht leichte Anleitung zu einem “gesunden Unternehmen”. Und sehr unterhaltsam geschrieben!
(mehr …)Wenn alle das Gleiche machen
Wenn alle das Gleiche machen, dann nimmt jeder den anderen als Konkurrenten wahr.
Wenn jeder ein bisschen etwas Anderes macht, wenn der eine etwas anbietet, was der andere nicht anbietet – und umgekehrt –, dann wird das Angebot insgesamt breiter, und das ist besser für alle Beteiligten – nicht zuletzt für die Kunden.
Von deiner Kreativität in deiner Angebotsentwicklung profitieren alle.