Tag#BWL

Selbstsabotage (2)

S

Eine besonders perfide Form von Selbstsabotage, die unter Lifestyle Entrepreneuren sehr verbreitet ist, ist die Weigerung, Aufgaben zu delegieren.

Wenn wir darauf bestehen, dass nur wir selbst die Arbeit gut machen können und sonst niemand an unsere Qualitätsstandards heran kommt…

… dann erweisen wir unserem Business einen Bärendienst.

Und wenn wir denken, dass wir uns Delegation nicht leisten können, dann sind wir in die nächste Selbstsabotage-Falle getappt.

Axel Gloger: Betriebswirtschaftsleere (2016) 📙

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Mich hat das Buch sehr inspiriert. Nicht nur, weil es meinem praktisch-pragmatischen Ansatz, BWL zu unterrichten, entsprochen – und damit bestätigt – hat. Vielmehr habe ich das Buch als Auftrag gelesen, dass ICH mich um eine „BWL für Solopreneure” kümmern muss – wenn’s sonst keiner macht.

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BWL und die gesellschaftliche Transformation

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Die BWL hat in der öffentlichen Diskussion oft keinen leichten Stand. Sie ist gerne der Buhmann und Sündenbock für die Probleme in unserer Gesellschaft – von sozialer Ungerechtigkeit bis zum Klimawandel. Nach dem Motto: Diese verdammten Betriebswirte, die machen uns mit ihrem ständigen Profitdenken und ihrem ewigen Wachstum doch vollkommen kaputt!

Als Betriebswirt bin ich fest davon überzeugt, dass die BWL hier unter ihrem Wert geschlagen wird. Die BWL hätte nämlich einiges beizutragen zu positiven Veränderungen in unserer Gesellschaft. Da gäbe es spannende Konzepte, die man diskutieren könnte. Da gibt es bewährte Traditionen, auf die wir uns nur rückbesinnen müssten.

Aber nicht nur das. Ich sage: Die BWL kann rein gar nichts dafür. Es liegt immer noch an den Menschen, wie sie die Konzepte der BWL (und andere Phänomene unserer modernen Gesellschaft) verwenden.

Die Gier des Menschen gab es lange, bevor die BWL erfunden wurde.

Geschwurbel

G

Aus dem Jahresbericht irgendeines österreichischen Unternehmens:

Durch umfangreiche Analysen unserer Kernzielgruppe gelingt eine einzigartige Fusion aus Wissenschaft und Praxis – mit den Vorteilen, Erkenntnisse von der Praxis für die Praxis zu gewinnen und Innovationen anzutreiben. Damit sind wir am Puls einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.

Was für ein Schrott. Wie kann man in so vielen Worten praktisch nichts sagen? Lauter Gemeinplätze, praktisch keine Aussage. Ein einziges Buzzword-Bingo.

Liebe Unternehmen, verkauft eure Mitarbeiter*innen nicht für blöd. Diejenigen, die sich noch für euch interessieren und die ihr nicht schon längst mit solchen Unsinnigkeiten abgeturnt habt, interessieren sich dafür, was euch wirklich beschäftigt.

Redet doch Klartext. Sprecht von dem, was euch wirklich bewegt. Offen und ehrlich, ohne Selbstbeweihräucherung.

Lasst die Marketing-Sprache weg, und sprecht wie echte Menschen.

Schulden

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Fast jede dritte Person, die in Österreich eine Schuldnerberatungsstelle aufsucht, hatte vorher ein eigenes Unternehmen.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, bedeutet, Risiko einzugehen. Auch finanziell.

Diese Tatsache soll uns nicht ängstigen. Aber wir sollten sie auch nicht ignorieren.

Zeitersparnis

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Zeit ist die knappste Ressource des 21. Jahrhunderts – nicht Geld.

Eine gute Möglichkeit, als Solopreneure Erfolg zu haben, ist daher, wenn wir anderen Menschen dabei helfen können, Zeit zu sparen.

Josh Kaufman nennt das Hassle Premium.

Angst vor der BWL

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Eine Studentin meiner BWL-Lehrveranstaltung an der Fachhochschule hat mir heute folgendes Feedback gegeben:

Danke für den tollen Input! Sie haben mir echt die Angst vor BWL genommen – vor allem im ersten Semester.

Wenn jemand seine Angst vor der Betriebswirtschaft verliert und stattdessen beginnt, kreativ und freudvoll damit umzugehen…

Etwas Schöneres kann ich mir als Lehrbeauftragter nicht wünschen.

Moral

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Wir Betriebswirte tun oft so, als gingen uns ethische und moralische Überlegungen nichts an.

Nach dem Motto: “Wir befriedigen nur einen Bedarf am Markt. Was können wir dafür, wenn die Kunden das haben wollen? Wenn wir es ihnen nicht geben würden, dann würde es jemand anderer machen. Und dann ist es immer noch besser, wir machen den Umsatz und nicht unsere Konkurrenz. So funktioniert nun mal die Marktwirtschaft!”

Aber so leicht können wir es uns nicht machen. Auch wir Betriebswirte stehen nicht über der Moral.

Unsere Handlungen, unsere Angebote, unsere Botschaften haben Nebenwirkungen. Und für die sind wir sehr wohl verantwortlich.

Million Dollar Ideas

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Sich mit geeigneten Konzepten die Welt erschließen zu können, ist ungemein wertvoll – nicht nur, aber besonders im Business-Kontext.

Jedes Konzept, mit dem wir uns, unsere Kunden oder „den Markt“ besser verstehen, ist potenziell tausende von Euro wert.

Eine „million dollar idea“ hat stets ihren Ausgangspunkt in einem Menschen, der ein Konzept kapiert hat. 

Mehr Gewinn

M

Bist du selbständiger Dienstleister und mit deinem Gewinn nicht zufrieden? Dann hast du drei Möglichkeiten, ihn zu erhöhen:

  1. Deine Auslastung erhöhen. Sprich: Mehr arbeiten. Mehr Klientengespräche. Mehr Trainingstage. Mehr Beratungsstunden.
  2. Deinen Preis erhöhen. Gleich viel arbeiten, aber deine Arbeitszeit teurer verkaufen.
  3. Deine Kosten senken. Je weniger du ausgibst (für dein Business), desto mehr bleibt dir als Gewinn übrig.

Das war’s. Mehr kannst du nicht tun. Wenn dir keine dieser drei Möglichkeiten recht ist, wird dein Gewinn bleiben, wie er ist – oder weniger werden. Aber höher wird er sicher nicht.

Interessant für die Konkurrenz

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Eine der wichtigsten Stakeholder-Gruppen deines Unternehmens sind die Konkurrenten. Der Mitbewerb. Die Wettbewerber.

Welches Interesse hat die Konkurrenz an deinem Unternehmen?

Keines, wenn du nicht gut bist.

Was Manager tun

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Es gibt viele Möglichkeiten, über Management nachzudenken und die Tätigkeit von Manager*innen zu definieren.

Ein Zugang, eventuell ein bisschen provokativ:

Als Manager*in eines profitorientierten Unternehmens ist es deine Kern-Aufgabe, über folgende Frage nachzudenken: “Wie komme ich an das Geld der Kunden?”

Dumpingpreise

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Es hat noch nie ein Kunde jemals einen Preis gekauft.

Kunden kaufen immer eine Leistung und bewerten diese mit einem Preis.

Daher: Nicht die Kunden machen den Preis, sondern die Anbieter.

Wenn jemand den Markt kaputt macht, dann sind es die Anbieter, die ihre eigenen Kosten nicht kennen und nicht kalkulieren können.

Überraschungserfolg

Ü

Vor fünf Monaten habe ich für meine Studierenden ein Erklärvideo zum Thema “Cash Flow Rechnung” aufgenommen. Pandemiebedingt war damals kein Präsenzunterricht möglich, also waren Erklärvideos das zweitbeste Mittel der Wahl für meine Studierenden.

Weil das Video sowieso schon aufgenommen war, dachte ich mir: Ist ja egal, stellst du es halt auf YouTube, vielleicht kann es ja auch sonst noch jemand brauchen.

Gestern wurde das Video zum tausendsten Mal aufgerufen. 1000 Views in fünf Monaten, das hätte ich mir nie gedacht. Ganz ohne Werbung, komplett ohne Promotion. Rein organisch.

Für mich wieder mal ein Beweis dafür, wie schlecht ich darin bin, den Erfolg oder Misserfolg meines Contents vorauszusagen. Meine besten Blog-Artikel verpuffen im Nichts, dafür werden vermeintlich unscheinbare Videos wie dieses zum Renner.

Als ob ich dafür noch einen Beweis gebraucht hätte.

Wie viel BWL?

W

Und? Wie viel BWL, glaubst du, braucht denn dein Unternehmen?

10 Deka?
Drei Viertel?
Die Mindestsicherung?
Matura-Level?

Oder so viel wie möglich?

So viel wie nötig? Wie viel ist denn nötig?

Wie viel ist genug?

Wie viel ist zu wenig?

Qualität

Q

Betriebswirtschaftlich gesprochen, ist Qualität nichts anderes als die optimale Befriedigung der Bedürfnisse der Kunden. Nicht mehr, und nicht weniger.

Nur: Die Kundenbedürfnisse sind halt sehr, sehr unterschiedlich.

Um Qualität liefern zu können, muss man deshalb zuerst die Bedürfnisse der Kunden wirklich gut kennen.

Kurzfristig vs. langfristig

K

Es ist ein Trade-off, der viele Solopreneure ihr ganzes Unternehmerleben lang begleitet:

Einerseits ist es notwendig, Aufträge anzunehmen, die kurzfristig Geld bringen. Ein positiver Cash Flow ist notwendig, sonst geht das Unternehmen unter – eher früher als später.

Andererseits gäbe es da dieses wichtige Projekt oder Produkt, das zwar kurzfristig nichts einbringt, aber das langfristig enorm großes Potenzial hätte. Aber im Moment verlangt es Entwicklungszeit von uns, die wir leider (noch) nicht bezahlt bekommen.

Worum sollen wir uns eher kümmern? Um den kurzfristigen Umsatz oder um die langfristige Investition? Wie halten wir beides in Balance?

Es bleibt unsere Aufgabe als Unternehmer*innen, täglich von Neuem eine weise Entscheidung zu treffen.

Projekt-Schulden

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Ein spannendes Konzept von Seth Godin:

Jedes Mal, wenn wir zu einem neuen Projekt “ja” sagen, machen wir Schulden. Projekt-Schulden, die unser zukünftiges Ich abbezahlen muss.

  • Es mag unser Ego schmeicheln, wenn wir in den Vorstand eines Vereins gewählt werden. Aber die viele Vereinsarbeit, die damit auf uns wartet!
  • Es ist leicht, sich eine Gitarre, Inline Skates oder Jonglierbälle zu kaufen. Aber die Zeit zum Üben, bis man damit umgehen kann!
  • Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!

Daher müssen wir gut darin werden, “nein” zu. sagen. Denn jedes Mal, wenn wir “ja” sagen, riskieren wir, uns noch weiter zu verschulden.

“Be careful who you owe, because who you owe decides who you will become.” (Seth Godin)