Genialer Titel, spannender Grundgedanke, und dann 400 Seiten Geschwurbel. Die Nuggets habe ich hier zusammengefasst.
(mehr …)Schulden
Fast jede dritte Person, die in Österreich eine Schuldnerberatungsstelle aufsucht, hatte vorher ein eigenes Unternehmen.
Ein eigenes Unternehmen zu gründen, bedeutet, Risiko einzugehen. Auch finanziell.
Diese Tatsache soll uns nicht ängstigen. Aber wir sollten sie auch nicht ignorieren.
Zeitersparnis
Zeit ist die knappste Ressource des 21. Jahrhunderts – nicht Geld.
Eine gute Möglichkeit, als Solopreneure Erfolg zu haben, ist daher, wenn wir anderen Menschen dabei helfen können, Zeit zu sparen.
Josh Kaufman nennt das Hassle Premium.
Philipp Maderthaner: Wie viel kaufmännische Fähigkeiten brauche ich? 🎙
Business Gladiators Unplugged #73, 8. September 2021
(mehr …)Angst vor der BWL
Eine Studentin meiner BWL-Lehrveranstaltung an der Fachhochschule hat mir heute folgendes Feedback gegeben:
Danke für den tollen Input! Sie haben mir echt die Angst vor BWL genommen – vor allem im ersten Semester.
Wenn jemand seine Angst vor der Betriebswirtschaft verliert und stattdessen beginnt, kreativ und freudvoll damit umzugehen…
Etwas Schöneres kann ich mir als Lehrbeauftragter nicht wünschen.
Moral
Wir Betriebswirte tun oft so, als gingen uns ethische und moralische Überlegungen nichts an.
Nach dem Motto: “Wir befriedigen nur einen Bedarf am Markt. Was können wir dafür, wenn die Kunden das haben wollen? Wenn wir es ihnen nicht geben würden, dann würde es jemand anderer machen. Und dann ist es immer noch besser, wir machen den Umsatz und nicht unsere Konkurrenz. So funktioniert nun mal die Marktwirtschaft!”
Aber so leicht können wir es uns nicht machen. Auch wir Betriebswirte stehen nicht über der Moral.
Unsere Handlungen, unsere Angebote, unsere Botschaften haben Nebenwirkungen. Und für die sind wir sehr wohl verantwortlich.
Million Dollar Ideas
Sich mit geeigneten Konzepten die Welt erschließen zu können, ist ungemein wertvoll – nicht nur, aber besonders im Business-Kontext.
Jedes Konzept, mit dem wir uns, unsere Kunden oder „den Markt“ besser verstehen, ist potenziell tausende von Euro wert.
Eine „million dollar idea“ hat stets ihren Ausgangspunkt in einem Menschen, der ein Konzept kapiert hat.
Mehr Gewinn
Bist du selbständiger Dienstleister und mit deinem Gewinn nicht zufrieden? Dann hast du drei Möglichkeiten, ihn zu erhöhen:
- Deine Auslastung erhöhen. Sprich: Mehr arbeiten. Mehr Klientengespräche. Mehr Trainingstage. Mehr Beratungsstunden.
- Deinen Preis erhöhen. Gleich viel arbeiten, aber deine Arbeitszeit teurer verkaufen.
- Deine Kosten senken. Je weniger du ausgibst (für dein Business), desto mehr bleibt dir als Gewinn übrig.
Das war’s. Mehr kannst du nicht tun. Wenn dir keine dieser drei Möglichkeiten recht ist, wird dein Gewinn bleiben, wie er ist – oder weniger werden. Aber höher wird er sicher nicht.
Interessant für die Konkurrenz
Eine der wichtigsten Stakeholder-Gruppen deines Unternehmens sind die Konkurrenten. Der Mitbewerb. Die Wettbewerber.
Welches Interesse hat die Konkurrenz an deinem Unternehmen?
Keines, wenn du nicht gut bist.
Was Manager tun
Es gibt viele Möglichkeiten, über Management nachzudenken und die Tätigkeit von Manager*innen zu definieren.
Ein Zugang, eventuell ein bisschen provokativ:
Als Manager*in eines profitorientierten Unternehmens ist es deine Kern-Aufgabe, über folgende Frage nachzudenken: “Wie komme ich an das Geld der Kunden?”
Dumpingpreise
Es hat noch nie ein Kunde jemals einen Preis gekauft.
Kunden kaufen immer eine Leistung und bewerten diese mit einem Preis.
Daher: Nicht die Kunden machen den Preis, sondern die Anbieter.
Wenn jemand den Markt kaputt macht, dann sind es die Anbieter, die ihre eigenen Kosten nicht kennen und nicht kalkulieren können.
Überraschungserfolg
Vor fünf Monaten habe ich für meine Studierenden ein Erklärvideo zum Thema “Cash Flow Rechnung” aufgenommen. Pandemiebedingt war damals kein Präsenzunterricht möglich, also waren Erklärvideos das zweitbeste Mittel der Wahl für meine Studierenden.
Weil das Video sowieso schon aufgenommen war, dachte ich mir: Ist ja egal, stellst du es halt auf YouTube, vielleicht kann es ja auch sonst noch jemand brauchen.
Gestern wurde das Video zum tausendsten Mal aufgerufen. 1000 Views in fünf Monaten, das hätte ich mir nie gedacht. Ganz ohne Werbung, komplett ohne Promotion. Rein organisch.
Für mich wieder mal ein Beweis dafür, wie schlecht ich darin bin, den Erfolg oder Misserfolg meines Contents vorauszusagen. Meine besten Blog-Artikel verpuffen im Nichts, dafür werden vermeintlich unscheinbare Videos wie dieses zum Renner.
Als ob ich dafür noch einen Beweis gebraucht hätte.
Wie viel BWL?
Und? Wie viel BWL, glaubst du, braucht denn dein Unternehmen?
10 Deka?
Drei Viertel?
Die Mindestsicherung?
Matura-Level?
Oder so viel wie möglich?
So viel wie nötig? Wie viel ist denn nötig?
Wie viel ist genug?
Wie viel ist zu wenig?
Qualität
Betriebswirtschaftlich gesprochen, ist Qualität nichts anderes als die optimale Befriedigung der Bedürfnisse der Kunden. Nicht mehr, und nicht weniger.
Nur: Die Kundenbedürfnisse sind halt sehr, sehr unterschiedlich.
Um Qualität liefern zu können, muss man deshalb zuerst die Bedürfnisse der Kunden wirklich gut kennen.
Kurzfristig vs. langfristig
Es ist ein Trade-off, der viele Solopreneure ihr ganzes Unternehmerleben lang begleitet:
Einerseits ist es notwendig, Aufträge anzunehmen, die kurzfristig Geld bringen. Ein positiver Cash Flow ist notwendig, sonst geht das Unternehmen unter – eher früher als später.
Andererseits gäbe es da dieses wichtige Projekt oder Produkt, das zwar kurzfristig nichts einbringt, aber das langfristig enorm großes Potenzial hätte. Aber im Moment verlangt es Entwicklungszeit von uns, die wir leider (noch) nicht bezahlt bekommen.
Worum sollen wir uns eher kümmern? Um den kurzfristigen Umsatz oder um die langfristige Investition? Wie halten wir beides in Balance?
Es bleibt unsere Aufgabe als Unternehmer*innen, täglich von Neuem eine weise Entscheidung zu treffen.
Projekt-Schulden
Ein spannendes Konzept von Seth Godin:
Jedes Mal, wenn wir zu einem neuen Projekt “ja” sagen, machen wir Schulden. Projekt-Schulden, die unser zukünftiges Ich abbezahlen muss.
- Es mag unser Ego schmeicheln, wenn wir in den Vorstand eines Vereins gewählt werden. Aber die viele Vereinsarbeit, die damit auf uns wartet!
- Es ist leicht, sich eine Gitarre, Inline Skates oder Jonglierbälle zu kaufen. Aber die Zeit zum Üben, bis man damit umgehen kann!
- Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!
Daher müssen wir gut darin werden, “nein” zu. sagen. Denn jedes Mal, wenn wir “ja” sagen, riskieren wir, uns noch weiter zu verschulden.
“Be careful who you owe, because who you owe decides who you will become.” (Seth Godin)
Hervorragende Betriebswirte
Unser Land braucht hervorragende Betriebswirte. Nicht gute Betriebswirte, sondern hervorragende.
Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Es gibt viel zu tun.
Gute, also durchschnittliche, Betriebswirte werden diese Herausforderungen nicht lösen. Gute Betriebswirte werden keinen großen Erfolg haben. Wir brauchen sehr, sehr gute Betriebswirte, weil wir sehr, sehr große Räder drehen müssen. Wir brauchen sie wie einen Bissen Brot.
Die Zukunft unserer Welt liegt maßgeblich in den Händen jener jungen Betriebswirt*innen, welche dieser Tage mit ihrem BWL-Studium beginnen.
Wir zählen auf euch!
Für BWL begeistern
Ich möchte BWL nicht unterrichten wie vor zwanzig oder fünfzig Jahren.
Ich möchte meine Studierenden, meine Seminar-Teilnehmer*innen und meine Unternehmensgründer*innen für die BWL begeistern. Ja, das ist mein Anspruch. Begeisterung!
Ich möchte BWL lebendig machen. BWL ist praktisch und interessant, ein sehr nützliches Handwerk, mit dem man etwas erschaffen kann.
Aber, damit kein Missverständnis entsteht: Mein Anspruch ist hoch. Nicht, weil ich mir etwas auf mich einbilde, sondern weil meine Schüler*innen profundes BWL-Wissen brauchen werden wie einen Bissen Brot.
Ich wiederhole: Wer BWL bei mir lernt, wird es nicht leicht haben. Ich werde meine Schüler*innen fordern. Nicht, weil ich ein Sadist bin, sondern ihnen zuliebe.
Visionen
Alle Visionen, die du für dein Lifestyle Business hast, sind okay. Keine Vision ist an sich besser als die andere. Keine Vision ist automatisch erfolgsversprechender. Keine Vision ist zu unrealistisch, um sie nicht wahr machen zu können.
Einziges Kriterium aus betriebswirtschaftlicher Sicht: Dein Cash Flow muss dir erlauben, deine Visionen zu verfolgen.
Solange der Cash Flow passt, also solange, bildlich gesprochen, der Blutkreislauf deines Lifestyle Business in Schwung ist, darfst du träumen so viel du willst.
Strategie
Lifestyle Entrepreneuren mangelt es praktisch nie an Ideen. Woran es hapert, ist die Strategie.
Eine Strategie ist der Weg, wie aus einer Idee ein Umsatz-bringendes Business wird. Eine Strategie zu haben bedeutet, sich bewusst für einen Weg zu entscheiden und, ganz wichtig, über längere Zeit dabei zu bleiben – auch (und gerade dann), wenn man nicht weiß, ob dieser Weg Erfolg bringen wird.
Eine Strategie zu haben bedeutet zu fokussieren. Fokus wiederum bedeutet, zu ganz vielen (auch guten) Ideen nein zu sagen und sich auf Weniges zu konzentrieren.
Eine Strategie wird auch nicht leichtfertig geändert. Besonders nicht in Situationen, wo Angst und Stress das Kommando übernehmen. Strategien dürfen nur zu festgelegten Zeitpunkten adaptiert werden – in Ruhe, mit Besonnenheit, mit guten Gründen.
Die unternehmerische Aufgabe, eine Strategie zu entwickeln, kommt deswegen ein bisschen unsexy daher. Strategiearbeit ist anstrengend, weil es den Mut zur Entscheidung und den Willen zum Nachdenken braucht. Und weil man trotzdem nie mit Sicherheit sagen kann, ob eine Strategie funktionieren wird.
Aber gerade wir Lifestyle Entrepreneure brauchen Strategien wie einen Bissen Brot. Denn ohne Strategie wird unser Lifestyle Business nicht gelingen, kann nicht gelingen. Zu groß sind die Ablenkungen, zu vielfach unsere Möglichkeiten. Ohne Strategie ist “Ende nie”.
Wir brauchen eine Strategie also nicht deswegen, weil im BWL-Lehrbuch steht, dass Unternehmen nun mal eine Strategie haben. Oder weil der Gründungsberater sagt, wir brauchen eine.
Wir brauchen eine Strategie für unser eigenes Seelenheil. Ohne Strategie werden wir narrisch.