Tag#Lehren&Lernen

Helfen

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Als Berater hilft man nicht nur, wenn man auf jede Frage die richtige Auskunft parat hat.

Manchmal ist die beste Hilfe zu sagen, dass man die Antwort nicht weiß – aber dass man jemanden kennt, der viel besser helfen kann.

Und dass man gerne bereit ist, den Kontakt herzustellen.

Im Kurs verstecken

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Ein Kurs ist ein großartiger Ort, um sich zu verstecken.

Man hört doch immer wieder, wie notwendig es ist, sich ständig weiterzubilden, auf dem Laufenden zu bleiben, über den Tellerrand hinauszuschauen. Was könnte also besser sein, als möglichst viel Zeit für die eigene Weiterbildung zu investieren?

Es gibt etwas, das tatsächlich viel besser ist: Seine Zeit damit zu verbringen, das Gelernte auch wirklich auf sein eigenes Lifestyle Business umzulegen, anzuwenden und in die Tat umzusetzen – statt sich Hals über Kopf in den nächsten Kurs zu flüchten.

Therapiemotivation

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In der Psychotherapie gibt es den Begriff der „Therapiemotivation“: Selbst wenn Klienten wissen, dass ihnen Therapie gut tut, heißt das noch lange nicht, dass sie auch die Motivation aufbringen, regelmäßig hinzugehen.

So was Ähnliches kennen auch wir Berater: Es gibt Kund*innen, die wollen sich lieber nicht beraten lassen. Oft sind das jedoch gerade die, die dringend Unterstützung brauchen würden.

Muss man so akzeptieren. Aber leicht fällt mir das nicht.

Digitale Lehre

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Ich glaube, die größte Herausforderung in der digitalen Lehre für Lehrer*innen und Trainer*innen, die ihren Beruf lieben, ist der stark eingeschränkte Rückkanal.

Ein Lehrvideo aufzunehmen ohne zu sehen, ob das, was man sagt, auch verstanden wird. Ein Webinar zu halten und vor zwanzig abgeschalteten Webcams zu sitzen. Einen Podcast aufzunehmen und zwanzig Minuten ohne Rapport in ein Mikrofon zu sprechen… Das ist alles nicht einfach, gerade für Lehrer*innen, denen ihre Arbeit am Herzen liegt.

Das ist auch der Grund, warum sich so viele meiner Kolleg*innen danach sehnen, so bald wie möglich wieder in den Seminarraum und in das Klassenzimmer zurückzukehren zu. Um endlich wieder das direkte Feedback der Schüler*innen zu spüren, um endlich wieder in Interaktion mit den Teilnehmer*innen zu kommen.

Wer wird digitale Lehre auch dann noch professionell und aus vollem Herzen machen, wenn wir nicht mehr durch den Virus dazu gezwungen sind?

Walk the talk

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Nein, du musst kein Michael Jordan sein, um Basketball zu lehren. Nein, du musst kein Richard Branson sein, um zu erklären, was ein erfolgreiches Business ausmacht. Nein, du musst kein Milliardär sein, um kompetent über Geld zu sprechen.

Ja, du kannst etwas unterrichten, worin du selbst nicht großartig bist.

“Erfolgreich etwas machen” und “es unterrichten können” sind zwei komplett verschiedene Skills.

I read the poets and the analysts…

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singt Nick Cave und drückt damit auch aus, wie wir Lifestyle Entrepreneure zu unseren Ideen und Einsichten kommen.

Wir lassen uns von Büchern von Peter Drucker ebenso inspirieren wie von Büchern von Nick Hornby. Ein Song von Bob Dylan kann uns ebenso erleuchten wie eine Blogartikel von Seth Godin.

Die richtigen Ideen finden uns auf unterschiedlichste Weise. Wichtig ist nur, dass wir uns einen offenen Geist und ein offenes Herz bewahren.

Der ROI von Büchern

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Ich habe mir um 20 Euro ein Buch gekauft.

Auf Seite 175 bin ich auf eine Idee gestoßen, die viele tausend Euro wert ist.

Was für ein Schnäppchen!

Das kann ich mir nicht vorstellen

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Dieser Satz eines Kunden ist wahrscheinlich die der größte Herausforderung für Berater*innen und Lehrer*innen.

Solange das Neue, das Andere, das Bessere nicht vorstellbar ist, kann sich auch nichts in diese Richtung bewegen.

Den Blick für das Unvorstellbare zu öffnen, ist daher schon eine große Leistung.

Wie es gelernt ist

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Viele der Strategien, mit denen wir neue Herausforderungen angehen, verwenden wir schon seit unserer Kindheit. Unverändert.

Was wir in unserer Kindheit als erfolgreiche Strategie erfahren haben, das wenden wir auch als Erwachsene noch gerne an. Womit wir als Kind wiederholt gescheitert sind, davor scheuen wir auch als Erwachsene noch zurück.

Das Problem dabei: Wir sind keine Kinder mehr.

Zeit für ein Strategie-Update!

Wessen Idee

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Derek Sivers schreibt über einen Gedanken von Marshall Goldsmith, den ich hier auf die Gründungsberatung umlege:

Wenn ein Gründer zum Gründungsberater kommt und begeistert von seiner Gründungsidee erzählt, dann ist die Versuchung groß, dass der Berater sagt: “Das ist eine wunderbare Idee – und dazu fällt mir noch ein: Sie könnten noch das und das machen, und dann müssten Sie nur noch…” und so weiter. Der Berater gibt also, aus bester Absicht, seine eigene Meinung, seine Verbesserungsvorschläge und seine Ideen dazu – meist ungefragt.

Warum dieser Impuls zwar gut gemeint, aber nicht ungefährlich ist: In dem Moment, wo der Berater die Idee des Gründers “verbessert”, ist es nicht mehr nur die Idee des Gründers. Durch den Input des Beraters ist sie auch ein bisschen zur Idee des Beraters geworden – zu einer gemeinsamen Idee. Zu einem Shared Project.

Was nun passieren kann (kann, nicht muss!): Die ownership des Projekts durch den Gründer wird geschwächt. Durch die Ratschläge des Beraters verliert der Gründer einen Teil seiner Motivation, weil es nicht mehr uneingeschränkt seine Idee ist. Durch die Impulse des Beraters wird die Gründungsidee vielleicht objektiv verbessert, aber die emotionale Bindung des Gründers an seine Idee wird geschwächt.

Davor sollten wir Gründungsberater natürlich auf der Hut sein. Gar nicht so selten ist es wahrscheinlich besser, die objektiv guten Hinweise zurückzuhalten und dem Gründer seine Idee voll und ganz selbst zu überlassen – bis wir um Hilfe gefragt werden.

Ansonsten gilt der Rat von Ernesto Sirolli: If people don’t want to be helped, leave them alone!