Tag#Gesellschaft&Politik

Entrepreneurship Education in der Schule

E

In Österreich soll das Thema “Entrepreneurship Education” in Zukunft als fächerübergreifende Kompetenz im Lehrplan verankert sein, und zwar bereits in Volksschule, Mittelschule und AHS-Unterstufe (Bericht).

Diese Initiative ist natürlich löblich.

Aber ich frage mich: Wie sollen Lehrer*innen Entrepreneurship Education glaubwürdig und begeisternd unterrichten?

Mein Eindruck ist nämlich, dass die meisten Lehrer*innen ihren Beruf deswegen gewählt haben, weil sie eher nicht der unternehmerische Typ sind. Sie mögen es gerne geordnet, vorhersehbar, berechenbar und regelgeleitet. 

Daran ist nichts Schlechtes, aber es ist das Gegenteil von Entrepreneurship. Daher ist wohl zu erwarten, dass viele Lehrer*innen mit der Aufgabe, Entrepreneurship Education zu unterrichten,  überfordert sein werden – zumal fächerübergreifend. 

Da wird nicht viel Unternehmergeist bei den Schüler*innen ankommen.

Zahltag

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Ein großes Problem unserer heutigen Zeit brachte ein Gründer mal folgendermaßen auf den Punkt:

Wenn alles so billig ist… irgendjemand zahlt drauf. Und wenn niemand zahlt, zahlt die nächste Generation.

Online Coaching

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Im Online-Coaching-Markt treiben sich viele Scharlatane herum – weltweit, und auch in Österreich.

Das Problem haben nicht nur die armen Menschen, die von diesen Coaches mit unhaltbaren Versprechen angelockt und anschließend abgezockt werden.

Das Problem hat der ganze Markt. Denn diese Scharlatane hinterlassen nur enttäuschte Kund*innen und verbrannte Erde. Sie ruinieren eine ganze Branche.

Und darunter leiden die vielen ehrlichen Coaches da draußen, die tatsächlich nur das Beste für ihre Kund*innen im Sinn hätten.

First Mover Advantage in Österreich

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Wir Österreicher sind ein ängstliches Volk. Sehr vorsichtig. Nur keine Wellen schlagen. Nur nichts riskieren, es könnte ja schief gehen.

Das ist die negative Seite. Die positive: Wer in Österreich etwas wagt, hat meistens den First Mover Advantage. Wer etwas probiert, das schief gehen könnte, hat meistens wenig Konkurrenz zu fürchten.

Wer in Österreich erfolgreich ist, hat schnell Neider. Aber wer in Österreich etwas riskiert, das schief gehen könnte, braucht praktisch keine Angst vor Nachahmern haben.

Kapitalismus-Kritik

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Eine Sache, die Wolf Lotter sehr stört und die mir in Diskussionen mit an sich sehr schlauen Menschen auch immer wieder auffällt:

Viele derer, die meinen, dass der Kapitalismus an allem Schlechten in der Welt schuld sei (Klimakrise, Kriege, soziale Isolation, Korruption etc.), haben (leider) erstaunlich wenig Ahnung vom Kapitalismus.

Um etwas zu kritisieren, müsste man sich zuerst mal gründlich damit auseinandersetzen. Schon in der Bibel heißt es:

“Lobe keinen Menschen, ehe du nachgedacht hast;
denn das ist die Prüfung für jeden!”

Sir 27,7

Mit dem Kapitalismus ist es wie mit dem Handy: Das Handy ist nicht schuld. Das Handy ist das, was wir Menschen damit machen. Es ist der Umgang mit dem Handy, den man kritisieren kann. Aber das Handy ist nur ein Ding. Es hat keine Agenda.

Auch der Kapitalismus ist nur ein Werkzeug, das von Menschen geschaffen wurde. Der Kapitalismus an sich will gar nichts. Wir Menschen sind es, die den Kapitalismus für unsere Sache einsetzen. Und diese Sache ist mal gut und mal schlecht. Und manchmal selbstzerstörerisch.

Ja, am Kapitalismus gäbe es viel zu verbessern. Da tut sich ein breites Feld auf, und da gibt es auch schon durchdachte Überlegungen (z.B. die Gemeinwohlökonomie).

Aber reparieren kann nur jemand, der tragfähiges Vorwissen hat.

Komfortzonen-Bürger

K

Etwas zum Nachdenken von Wolf Lotter:

Es ist in unserer Gesellschaft schwer, nichts zu tun.

Aber es ist ganz, ganz leicht, intellektuell faul zu sein.

Einfache Antworten

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Natürlich sind wir alle auf der Suche nach einfachen Antworten. Das Leben ist kompliziert genug, und es wäre sehr hilfreich, wenn es zumindest da oder dort jemanden gäbe, der genau sagen könnte, was konkret zu tun ist.

Expert*innen erfüllten genau diese Aufgabe (oder sollten sie erfüllen). Sie können komplexe Sachverhalte vereinfacht darstellen und Handlungsanleitungen geben. Sie ermöglichen es, dass wir nicht alles wissen müssen, sondern uns auf das konzentrieren können, was gerade für uns wichtig ist.

Das Problem entsteht aber dann, wenn wir zwar einfache Antworten bekommen, aber auf die falschen Fragen.

BWL und die gesellschaftliche Transformation

B

Die BWL hat in der öffentlichen Diskussion oft keinen leichten Stand. Sie ist gerne der Buhmann und Sündenbock für die Probleme in unserer Gesellschaft – von sozialer Ungerechtigkeit bis zum Klimawandel. Nach dem Motto: Diese verdammten Betriebswirte, die machen uns mit ihrem ständigen Profitdenken und ihrem ewigen Wachstum doch vollkommen kaputt!

Als Betriebswirt bin ich fest davon überzeugt, dass die BWL hier unter ihrem Wert geschlagen wird. Die BWL hätte nämlich einiges beizutragen zu positiven Veränderungen in unserer Gesellschaft. Da gäbe es spannende Konzepte, die man diskutieren könnte. Da gibt es bewährte Traditionen, auf die wir uns nur rückbesinnen müssten.

Aber nicht nur das. Ich sage: Die BWL kann rein gar nichts dafür. Es liegt immer noch an den Menschen, wie sie die Konzepte der BWL (und andere Phänomene unserer modernen Gesellschaft) verwenden.

Die Gier des Menschen gab es lange, bevor die BWL erfunden wurde.

Geschwurbel

G

Aus dem Jahresbericht irgendeines österreichischen Unternehmens:

Durch umfangreiche Analysen unserer Kernzielgruppe gelingt eine einzigartige Fusion aus Wissenschaft und Praxis – mit den Vorteilen, Erkenntnisse von der Praxis für die Praxis zu gewinnen und Innovationen anzutreiben. Damit sind wir am Puls einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.

Was für ein Schrott. Wie kann man in so vielen Worten praktisch nichts sagen? Lauter Gemeinplätze, praktisch keine Aussage. Ein einziges Buzzword-Bingo.

Liebe Unternehmen, verkauft eure Mitarbeiter*innen nicht für blöd. Diejenigen, die sich noch für euch interessieren und die ihr nicht schon längst mit solchen Unsinnigkeiten abgeturnt habt, interessieren sich dafür, was euch wirklich beschäftigt.

Redet doch Klartext. Sprecht von dem, was euch wirklich bewegt. Offen und ehrlich, ohne Selbstbeweihräucherung.

Lasst die Marketing-Sprache weg, und sprecht wie echte Menschen.

Brav

B

Wir Österreicher*innen sind sehr brav.

Wir halten uns an die Regeln. Wir haben meist ein schlechtes Gewissen, wenn wir etwas tun, was vielleicht nicht ganz “sauber” sein könnte. Wir wollen keine Scherereien. Wir wollen nichts falsch machen.

Deshalb üben wir mitunter vorauseilenden Gehorsam. Damit blockieren wir uns jedoch, und wir schränken unsere Handlungsspielräume ein.

“Ask for forgiveness, not permission”, sagen die Amerikaner.

Pessimisten sind lauter

P

Wir Menschen nehmen pessimistische Menschen tendenziell als intelligenter wahr als optimistische.

Eine negative Konzertbesprechung klingt intelligenter als eine positive. Ein Lehrer, der schlechte Noten vergibt, wirkt anspruchsvoller als einer, der eher positiv beurteilt. Ein Unternehmensberater, der vor allem die Fehler aufzeigt, wirkt kompetenter als ein Kollege, der vor allem auf die guten Seiten des Unternehmens fokussiert.

Das ist ein Problem.

Weil wir dadurch nämlich dazu neigen, eher auf die Pessimisten als auf die Optimisten zu hören.

Unpopulär

U

Das Richtige zu tun, ist manchmal unpopulär. Man stößt damit andere Menschen vor den Kopf.

Damit müssen wir leben. Denn: Was wäre die Alternative?