AutorGünter Schmatzberger

Funkdisziplin

F

Während meines Studenten-Jobs im Aufsichtsdienst des Kunsthistorischen Museums in Wien habe ich das Konzept der “Funkdisziplin” kennengelernt.

Es geht um Folgendes: Wenn du mit einem Funkgerät ausgestattet bist, dann ist es nicht egal, wie du über dieses Medium kommunizierst.

Zum einen ist es wichtig, dass du dich verständlich und präzise ausdrückst, damit die Empfänger deiner Nachricht dich gut verstehen und wissen, was zu tun ist.

Zum anderen ist es wichtig, auf deine Kommunikation zu achten, weil deine Funksprüche ja nicht nur von den Menschen gehört werden, für die sie gedacht sind, sondern auch von zufälligen Zuhörern, die gerade in der Nähe eines Funkgerätes sind. Also zum Bespiel die Museumsbesucher. Und auch gegenüber diesen ist es nicht egal, wie du dich am Funkgerät ausdrückst.

Ich denke, etwas mehr Funkdisziplin würde – bei aller Authentizität – auch vielen Solopreneuren auf Social Media gut tun.

Warmes Brot

W

Brot, das ein bisschen aufgewärmt wurde, schmeckt viel besser. Unvergleichbar viel besser. Noch dazu, wenn das Brot an sich schon von sehr guter Qualität ist.

Kleiner Effekt, große Wirkung.

Wie so vieles im Leben. Und im Business.

Zwei Alternativen

Z

Manchmal steckt ein Projekt fest, weil man keine Entscheidung trifft.

In dem Fall ist es hilfreich, die Komplexität zu reduzieren, indem man sich auf zwei Alternativen festlegt: Soll ich A machen, oder soll ich B machen?

Wenn man nur zwei Alternativen vor sich hat, fällt die Auswahl zwischen diesen beiden Möglichkeiten meistens ziemlich leicht.

Und wenn nicht, kann man ja immer noch eine Münze werfen.

Konkurrenzkampf

K

Der Konkurrenzkampf tobt meist am heftigsten innerhalb einer Gruppe von Gleichartigen.

Ganz typisch: Solopreneure sehen andere Solopreneure als ihre Konkurrenten. Und verkennen dabei, dass die wahren Konkurrenten, die ihnen das Leben wirklich schwer machen, ganz andere Kaliber wären.

Buchhändler haben auch lange andere Buchhändler für ihre Konkurrenz gehalten, bis sie begriffen haben, dass der wirklich gefährliche Konkurrent Amazon ist.

Wir Solopreneure sollten viel, viel mehr zusammenarbeiten, um gegen unsere gemeinsamen Feinde bestehen zu können.

Nein sagen (2)

N

Was Thomas Stipsits uns nach seinem Burn-out mitgeben möchte:

Zu sagen: Na, ich moch’s ned. Warum ned? Weil ich’s ned machen will. Und ich brauch aber jetzt a ka Erklärung dafür. Es is ja mei Lebn.

Thomas Stipsits, Ö3 Frühstück bei mir vom 2. Jänner 2022

Krypto-Flugblatt

K

Letztens habe ich folgenden Flyer in meinem Briefkasten gefunden:

Ich frage mich: Wer, um Himmels willen, kauft Kryptowährung aufgrund eines Flyers im Briefkasten? Wer, um alles in der Welt, trifft so seine Investitionsentscheidungen?

Andererseits: Es gibt die komischsten Leute.

Man kann’s dem Unternehmen nicht verübeln, es zu versuchen.

Zwei Wochen Pause

Z

Ich war jetzt zwei Wochen nicht laufen.

Es ist unglaublich, wie schnell es geht, dass man abbaut.

Und wie schwer es ist, bis man wieder in Schwung kommt.

Geschwurbel

G

Aus dem Jahresbericht irgendeines österreichischen Unternehmens:

Durch umfangreiche Analysen unserer Kernzielgruppe gelingt eine einzigartige Fusion aus Wissenschaft und Praxis – mit den Vorteilen, Erkenntnisse von der Praxis für die Praxis zu gewinnen und Innovationen anzutreiben. Damit sind wir am Puls einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt.

Was für ein Schrott. Wie kann man in so vielen Worten praktisch nichts sagen? Lauter Gemeinplätze, praktisch keine Aussage. Ein einziges Buzzword-Bingo.

Liebe Unternehmen, verkauft eure Mitarbeiter*innen nicht für blöd. Diejenigen, die sich noch für euch interessieren und die ihr nicht schon längst mit solchen Unsinnigkeiten abgeturnt habt, interessieren sich dafür, was euch wirklich beschäftigt.

Redet doch Klartext. Sprecht von dem, was euch wirklich bewegt. Offen und ehrlich, ohne Selbstbeweihräucherung.

Lasst die Marketing-Sprache weg, und sprecht wie echte Menschen.

7 Jahre

7

Die Zahl 7 ist eine besondere Zahl, seit biblischen Zeiten.

Auch für Lifestyle Businesses scheint sich folgende Daumenregel herauszukristallisieren:

Es dauert sieben Jahre, bis sich echter Erfolg einstellt. Sieben Jahre konsequentes Dranbleiben. Sieben Jahre voller Einsatz. Sieben Jahre Glaube und Hoffnung.

In diesen sieben Jahren entsteht etwas – unsichtbar, wie ein Myzel unter der Erde. Und dann, nach sieben Jahren, poppen auf einmal die Schwammerl auf – scheinbar aus dem Nichts, an unerwarteten Stellen.

Nach sieben mageren Jahren kommt die Zeit der Ernte.