AutorGünter Schmatzberger

Der erste Job

D

Das Problem des ersten Jobs nach der Schule oder nach dem Studium:

So, wie es in diesem Unternehmen läuft, hält man für normal. Man lernt einen bestimmten Weg kennen, wie ein Unternehmen geführt wird, wie Kund*innen behandelt werden, welche Ansprüche an die Mitarbeiter*innen gestellt werden – und denkt, dass man das “eben so macht”.

Man kommt oft gar nicht drauf, dass es auch anders (und besser) gehen würde.

Leseliste: Bücher, die ich 2021 gelesen habe

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  1. Seth Godin: The Practice (Meine Notizen)
  2. Ichiro Kishimi/Fumitake Koga: Du musst nicht von allen gemocht werden (Meine Notizen)
  3. Anders Indset: Quantenwirtschaft (Meine Notizen)
  4. Matthias Horx: Smart Capitalism (Meine Notizen)
  5. Seth Godin: The Bootstrapper’s Bible (Meine Notizen)
  6. Derek Sivers: Hell Yeah Or No
  7. Conta-Gromberg: Business Modell Produkt Treppe
  8. Vicki Robin: Your Money Or Your Life (Meine Notizen)
  9. E. F. Schumacher: Small is Beautiful (Meine Notizen)
  10. Tim Ferriss: Die 4-Stunden-Woche (Meine Notizen)
  11. Anne Scoular: Business Coaching (Meine Notizen)
  12. C. Otto Scharmer: The Essentials of Theory U (Meine Notizen)
  13. The School Of Life: On Being Nice (Meine Notizen)
  14. Jim Loehr, Tony Schwartz: The Power of Full Engagement (Meine Notizen)
  15. Lechner / Egger / Schauer: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (Meine Notizen)
  16. Messner / Kreidl / Wala: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
  17. Josh Kaufman: The Personal MBA
  18. Greg McKeown: Effortless
  19. Rolf Dobelli: Die Kunst des digitalen Lebens
  20. Steven Pressfield: Nobody Wants to Read Your Sh*t
  21. David Spangler: New Age – die Geburt eines neuen Zeitalters (Meine Notizen)
  22. George Trevelyan: Eine Vision des Wassermann-Zeitalters (Meine Notizen)
  23. Marilyn Ferguson: Die sanfte Verschwörung
  24. Fritjof Capra: Wendezeit (Meine Notizen)
  25. Melody Wilding: Trust Yourself (Meine Notizen)
  26. Zoi Georgie: Ignite Your Inner Power (Meine Notizen)
  27. Agatha Christie: Das Böse unter der Sonne
  28. Paolo Coelho: The Alchemist (Meine Notizen)
  29. Lemony Snicket: A Series Of Unfortunate Events: The Bad Beginning (I)
  30. Dirk Stermann: Sechs Österreicher unter den ersten fünf
  31. Don Miguel Ruiz: Die vier Versprechen (Meine Notizen)
  32. Alois Brandstätter: Zu Lasten der Briefträger (Meine Notizen)
  33. Silvia Breier: Geld Macht Gefühle (Meine Notizen)
  34. Gerd Gerken: Management by Love (Meine Notizen)
  35. William Lyon Phelps: The Excitement of Teaching (Meine Notizen)
  36. Stefan Mekiffer: Warum eigentlich genug Geld für alle da ist (Meine Notizen)
  37. Jeremy Rifkin: Die empathische Gesellschaft (Meine Notizen)
  38. Gerald Hörhan: Der stille Raub (Meine Notizen)
  39. Vera Rosenauer: Kinder stark machen (Meine Notizen)
  40. Gerald Hörhan: Investment Punk (Meine Notizen)
  41. Hannes Androsch: Digitalisierung versehen
  42. Jana Lucas: Die geheimen Pionierinnen der Wirtschaft
  43. Angelika Overath: Krautwelten

Mein Jahr 2021 in Zahlen

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Ich habe insgesamt 2.800 Stunden geschlafen. Das sind fast 117 Tage, und damit um zwei mehr als 2020.

Ich war 2021 auf einem einzigen Konzert: Rainhard Fendrich in der Wiener Stadthalle. Immerhin eines mehr als 2020.

Ich habe 43 Bücher gelesen. Mein Lieblingsbuch 2021: Josh Kaufman: The Personal MBA

Ich bin 85 mal gelaufen. 100 mal wäre mein Ziel gewesen.

Ich hatte mit meiner Frau 51 Business Breakfasts, 45 Filmabende und 11 Dates.

Ich war auf keiner Hochzeit, keiner Taufe und keinem Begräbnis.

Ich habe 876 Liter schwarzen oder grünen Tee getrunken. Der durchschnittliche Österreicher trinkt 33 Liter Tee pro Jahr (allerdings vorwiegend Früchtetee).

Ich habe 752 Podcasts gehört. Durchschnittlich 2 pro Tag.

Ich habe (leider) mehr Geld für mein Auto ausgegeben als für Weiterbildung.

Meine Fische haben mich 36,55 Euro gekostet.

Song des Jahres: John Reilly: LALALA (Bulletproof)

[Mein Jahr 2020 in Zahlen]

Echte Expert*innen

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Das großartige an Expert*innen ist, dass Sie Muster erkennen, die Laien einfach nicht sehen.

Unlängst habe ich mit einer echten Expertin gesprochen. Sie hatte keine anderen Informationen vorliegen als ich, aber sie hat es geschafft, aus diesen Informationen so viel mehr herauszulesen, als ich es jemals gekonnt hätte.

Nachdem sie mir die Muster erklärt hat, waren sie auch für mich offensichtlich. Eh klar. Aber gesehen hätte ich sie ohne ihre Hilfe trotzdem nie.

Echte Expert*innen tun nichts anderes, als das (für sie) Offensichtliche auszusprechen. Und genau darin liegt der Wert von Gesprächen mit echten Expert*innen.

Schulden

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Fast jede dritte Person, die in Österreich eine Schuldnerberatungsstelle aufsucht, hatte vorher ein eigenes Unternehmen.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, bedeutet, Risiko einzugehen. Auch finanziell.

Diese Tatsache soll uns nicht ängstigen. Aber wir sollten sie auch nicht ignorieren.

Erfolgsmöglichkeit

E

Wenn man seinen Job gut und gerne macht, dann ist Erfolg sehr ermöglicht.

Einschätzungen

E

Verschiedene Menschen schätzen ein und denselben Sachverhalt komplett unterschiedlich ein.

Beispiel: Zwei Investoren sehen sich ein und dasselbe Unternehmen an. Der eine entscheidet sich, als Investor an Board zu gehen, die andere sagt: Nie im Leben.

Beide haben ihre Gründe dafür, und diese Gründe sind gut.

Das Problem entsteht dann, wenn wir glauben, dass wir doch voraussagen können müssten, welche*r der beiden recht hat. Können wir nicht.

Wir können nur die beste Entscheidung treffen, die zu diesem Zeitpunkt möglich war – und dann hoffen, dass es gut geht.

Der heilende Mensch

D

Der Mensch hat noch nicht begriffen, was seine eigentliche Aufgabe auf der Erde ist.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das heilen kann.

Deshalb sollte der Mensch diese einzigartige Fähigkeit dazu einsetzen, um Heilung in die Welt zu bringen.

Dazu ist der Mensch auf der Welt, und diese Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen, der Natur und der ganzen Schöpfung soll er ernst nehmen.

Zu seinem eigenen Besten.

(Danke Markus Gull für diesen Gedanken.)

Alle Jahre wieder

A

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind

Auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.

Das ist keine Kleinigkeit.

Alle Jahre wieder.

Verbindlichkeit

V

Eine der größten Herausforderungen für Freelancer ist die Verbindlichkeit ihrer Kund*innen – oder, besser gesagt, die mangelnde Verbindlichkeit.

Den Kund*innen “nachzulaufen”, ist Teil des Geschäfts: Informationen einzuholen, Entscheidungen einzufordern, Rechnungen einzumahnen. Gehört alles dazu.

Wenn du aber das Gefühl hast, dass deine Kund*innen ganz besonders unverbindlich sind, dann lohnt sich folgende Frage:

Wie verbindlich bist du denn selbst?

Indem du deine eigene Verbindlichkeit erhöhst, erhöhst du über die Zeit ganz automatisch auch die Verbindlichkeit deiner Kund*innen.

Wie kannst du erwarten, dass deine Kund*innen verbindlich sind, wenn du selbst ständig dein Wort brichst?

Zeitersparnis

Z

Zeit ist die knappste Ressource des 21. Jahrhunderts – nicht Geld.

Eine gute Möglichkeit, als Solopreneure Erfolg zu haben, ist daher, wenn wir anderen Menschen dabei helfen können, Zeit zu sparen.

Josh Kaufman nennt das Hassle Premium.

No-Name

N

Ja, am Anfang bist du ein No-Name.

Aber: Auch als No-Name kannst du von den Besten lernen. Auch als No-Name kannst du an exzellenten Angeboten arbeiten. Auch als No-Name kannst du eine klare Strategie haben, wie du irgendwann kein No-Name mehr bist.

Es ist deine Entscheidung, was du aus deinem No-Name-Status machen willst.

Förderungen (2)

F

Zur Zeit gibt es in Österreich einige Förderungen für Unternehmen, die wegen Corona und Lockdowns in Schwierigkeiten geraten sind.

Das ist gut. Und es ist keine Schande, als Solopreneur diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie uns zusteht.

Um gleichzeitig nicht zu vergessen: Die beste Förderung ist die, die du gar nicht brauchst.

Kein Fokus

K

Letztens meinte ein Gründer:

Mein Fokus ist B2B und B2C.

Dieser Fokus ist, natürlich, gar kein Fokus.

Wer alles bietet, bietet gar nichts.

Nicht genügend

N

Es macht mir keine Freude, eine*n meiner Studierenden mit “Nicht genügend” zu beurteilen.

Aber machmal ist die Mindest-Leistung, die am Beginn des Semesters vereinbart wurde, einfach nicht genügend gut erbracht worden.

Dann braucht es auch die Konsequenz, das aufzuzeigen und die Studierenden mit den Konsequenzen zu konfrontieren.

Was’s wiegt, das hat’s.

Arbeit nur, wenn sie anstrengend ist

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Eine der größten Missverständnisse, die alle Gründer*innen hinter sich lassen müssen, wenn sie als Lifestyle Entrepreneure erfolgreich sein wollen:

Arbeit ist nicht nur dann Arbeit, wenn sie anstrengend ist.

Unsere Arbeit als Lifestyle Entrepreneure ist vielschichtig. Zu unserer Arbeit gehört z.B. auch nachdenken. Oder lernen. Oder entspannen. Oder mit Gleichgesinnten reden.

Diese Tätigkeiten sind oft nicht anstrengend. Im Gegenteil, wir empfinden sie als lustvoll.

Deshalb glauben wir dann oft, dass das gar keine richtige Arbeit war, weil es eben nicht mühsam war. Und doch waren diese Tätigkeiten wertvoll.

Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir uns innerlich bestrafen, wenn uns unsere Arbeit Freude macht und leicht fällt.

Credibility-Learning-Tension

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Als Berater*innen stecken wir stets in einem Spannungsfeld:

Einerseits vermarkten wir unsere Expertise. Wir werden von unseren Kund*innen engagiert, um mit unserem Wissen, unserer Erfahrung und unserem Blickwinkel Inputs zu geben, die den Kund*innen helfen, ein Problem zu lösen oder eine Situation zu meistern. (Credibilty)

Andererseits sollten Berater*innen immer auch Lernende sein. Gute Berater*innen versuchen, die Situation ihrer Kund*innen wirklich zu verstehen. Sie fragen viel, sie fühlen sich ein, sie halten sich mit Annahmen, Aussagen und Meinungen zurück. (Learning)

Wie gesagt: Es ist ein Spannungsfeld, das es auszubalancieren gilt. Berater*innen, die nur Lernende sind, werden nicht ernst genommen. Berater*innen, die nur ihr Wissen abkippen, werden als Besserwisser empfunden.

Gute Berater*innen erkennt man daran, wie gut sie sich in diesem Spannungsfeld bewegen und wie gut sie erkennen, wann es Zeit ist zuzuhören und wann es Zeit ist zu sprechen.

Bildhauer oder Gärtner

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Manche Projekte müssen wir angehen wie Bildhauer.Ein Bildhauer hat eine klare Vorstellung davon, was er aus dem Marmorblock machen möchte, und er hämmert so lang an dem Stein herum, bis das raus kommt, was er sich vorgestellt hat.

Andere Projekte hingegen bedürfen der Pflege eines Gärtners. Ein Gärtner lässt die Pflanzen in seinem Garten wachsen und beschränkt sich darauf, hie und da mal ein bisschen was zurechtzuschneiden, zu gießen und zu düngen, das Unkraut auszurupfen und generell darauf zu achten, dass alles so gut wie möglich gedeiht – nämlich ganz natürlich, ohne ein bestimmtes Ergebnis vor Augen zu haben.

Braucht dein Projekt, das gerade in einer Sackgasse steckt, einen Bildhauer oder einen Gärtner?